Sie sind hier

Lippstadt

Stadtinformationen

Geschichte und Historie

  • Jüdisches Leben in Lippstadt
    Seit dem Mittelalter lebten in Lippstadt Juden. Als aufstrebende Hansestadt nutzte die Stadt gerne die guten Handelskontakte der Juden. Auch beim Ausbau der Festungsanlage war die Hilfe von Juden willkommen. Allerdings durften nur bis zu zwei Familien in der Stadt leben, und zahlreiche Einschränkungen bestimmten den Alltag. Außerdem führten Neid und Konkurrenzängste der christlichen Nachbarn immer wieder zu deren Vertreibung. Meistens wohnten die Lippstädter Juden in der Straße hinter dem Rathaus, weswegen sie jahrhundertelang "Judenstraße" hieß. Erst seit 1933 heißt sie "Rathausstraße". Im 19. Jahrhunderts erhielten die Juden schrittweise die Gleichberechtigung. In Lippstadt waren sie bald bestens in der Gesellschaft integriert und gestalteten das öffentliche und wirtschaftliche Leben aktiv mit. In den 1930er Jahren gelang einigen die Flucht, viele wurden jedoch deportiert und ermordet. Die Reste der 1851 errichteten und in der Reichspogromnacht 1938 zerstörten Lippstädter Synagoge sind bis heute erhalten.

 

Sehenswürdigkeiten

Strassen und Plätze

  • Geschwister-Levy-Platz
    Platz erinnert an das Schicksal der jüdischen Familie Levy. Der Platz liegt in unmittelbarer Nähe zum Stadtarchiv in der Mitte des Carl-Laumanns-Wegs, der Soest- und Kolpingstraße miteinander verbindet. Der Platz erinnert an das Schicksal der jüdischen Familie Levy und insbesondere an die beiden Kinder Ursula und Georg Levy, die 1939 im Alter von drei und acht Jahren aus Lippstadt fliehen mussten und ihre Mutter nie wieder sahen. Nell Greve-Houben war Ursula Levys beste Freundin als diese gemeinsam mit ihrem Bruder zwischen 1939 und 1943 versteckt im katholischen Kindererholungsheim und Waisenhaus in Eersel bei Eindhoven versteckt. Auch später, als Georg und Ursula als Vollwaisen zu Verwandten nach Amerika zogen, blieb der Kontakt bestehen.
    Einweihung am 30. März 2017
    Im Rahmen einer feierlichen Gedenkstunde wurde am 30. März 2017 der Geschwister-Levy-Platz eingeweiht. „Es ist ein Wunder, wie die beiden Geschwister nach solch schrecklichen Erfahrungen ihr Leben positiv gestaltet haben“, sagte Greve-Houben, die ihre Erinnerungen an viele gemeinsam verbrachte Stunden mit den Gästen teilte. In ihrem Buch hat Ursula Levy geschrieben, dass es vor allem diese Freundschaft war, die ihr geholfen habe wieder ein normales Leben zu führen. „Für Ursula ist das heute ein ganz besonderer Tag.“ Auch Ton Cox, der Ursula Levy vor einigen Jahren im Rahmen seiner Arbeit begegnet war und ein Freund geworden ist, betonte, wie wichtig die Benennung des Platzes für die Anerkennung des Schicksals der jüdischen Familie Levy ist. „Lippstadt hat hier einen wichtigen Schritt in der Aufarbeitung der eigenen Geschichte gemacht“, so Cox, der wie Nell Greve-Houben betonte, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte die Basis für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Zukunft ist. Grußworte von Ursula Levy selbst wurden durch Jan Schultheiß übermittelt. Als junger Mann hatte er vor rund zwanzig Jahren seinen Friedensdienst in einem Seniorenheim in Chicago gemacht, in dem viele Holocaustüberlebende lebten. Dort hatte er Ursula Levy kennengelernt, die zu jenem Zeitpunkt regelmäßig zu Besuch kam. „Sie ist eine so weltoffene, fröhliche Frau und es macht unglaublich viel Freude mit ihr zu sprechen und zusammenzusein“, erzählte Schultheiß. In Chicago besucht sie auch in hohem Alter immer noch Schulen, um den Schülern ihre Geschichte zu erzählen. Von der Benennung des Platzes nach ihr und ihrem Bruder habe sie, so zitierte Schultheiß, „mit heilenden Tränen erfahren“. Die Enthüllung zeige, dass die Familie Levy in Lippstadt nicht vergessen sei. Bürgermeister Christof Sommer bestätigte dies in seiner Ansprache: „Hier soll ein bleibendes Zeugnis für ein Gedenken an die Geschwister Levy entstehen und es soll gleichzeitig Zeichen und Aufforderung sein, dass wir uns unserer Verantwortung bewusst sind und gerade in Zeiten wie diesen, in denen wir wieder Krieg, Flucht und Terror in der Welt erleben, umso mehr für Werte wie Toleranz, Respekt und Weltoffenheit einstehen.“ Gestaltet wurde die Veranstaltung von Schülern des Ostendorf-Gymnasiums, die von Ursula Levy ausgewählte Texte zum Schicksal der Familie Levy und musikalische Erinnerungen vortrugen.

Kunst und Kultur

 

Wohnen und Leben

Service

Immobilien

Ortsverzeichnis:

Short URL: http://linkcode.de/2ai

 


Zu guter Letzt

QR-Code

Der QR-Code für diese Seite. Der QR-Code für diese Seite.