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Tag der Menschenrechte

Samstag, 10. Dezember 2016 - 12:53

Tag der Menschenrechte

Internationaler Tag der Menschenrechte | Welttag der Menschenrechte

UNO | Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die UNO am 10.12.1948
Der internationale Tag der Menschenrechte ein wichtiger Tag zur Bewusstseinsbildung. Gerade angesichts der vielen Konflikte weltweit ist dieser Tag – leider! – wichtiger denn je. Ungleichheit hat zahllose Gesichter und ist für viele Menschen leider Alltag. Gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit, Religionsfreiheit, Schutz des Familien- und Privatlebens sind verbriefte Rechte, die allen Menschen zustehen.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Am 10. Dezember 1948 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris die allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Zwei Jahre später beschloss die Generalversammlung, den 10. Dezember als Gedenktag für die Menschenrechte einzurichten. Die insgesamt 30 Artikel in der Erklärung stellen die Basis für Freiheit und Gerechtigkeit auf der ganzen Welt dar und bilden Rechte ab, die für alle Menschen gelten sollten - über jegliche Grenzen und Kulturen hinweg. In Artikel 2 heißt es: „Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand." Mit dem Tag der Menschenrechte wird daran erinnert, dass die Menschenrechte die wichtigste Berufungsgrundlage im Kampf für die Stärkung und Durchsetzung von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der ganzen Welt sind. Menschenrechte sind universell und unteilbar – und keine Verhandlungsmasse! Menschenrechte betreffen uns alle. Das Recht auf Bildung, auf Gesundheit, auf Wohnen und Arbeit, ebenso wie den Schutz vor Verfolgung sicherzustellen, das ist unsere gemeinsame Verantwortung und Verpflichtung. Egal, wie viel jemand verdient oder woher jemand kommt

Tagtägliche Menschenrechtsverletzungen

Angesichts der Vielzahl an Menschenrechtsverletzungen, die auch heutzutage noch täglich verübt werden, müssen wir uns weiter mit aller Kraft für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Fehlende Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Todesstrafe auch in einigen Industrieländern, fehlende Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen in der Gesellschaft und die Verweigerung von angemessener Hilfe für Flüchtlinge zeigen, dass noch sehr viel getan werden muss, um weltweit menschenwürdige Bedingungen herzustellen. Gerade im Bereich der Migrationspolitik bedarf es auch in Deutschland dringender Änderungen. Menschen, die sich als Flüchtlinge vor Krieg und Verfolgung duch despotische Regime nach Deutschland retten, sehen sich hier wieder Repressalien, Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt. Viele von ihnen ertranken bei der Flucht über das Mittelmeer, auch wegen gravierender Defizite in der Seenotrettung und völkerrechtlich problematischer Einsätze von FRONTEX. Die Lage in den Flüchtlingslagern, insbesondere an der griechisch-türkischen Grenze, ist zum Teil immer noch katastrophal.

Mit einer engagiertere Menschenrechtspolitik die Fluchtursachen wirksam bekämpfen

Verfolgung und Flucht sind nach wie vor ein hochaktuelle Themen. Doch die Antworten der Politik sind immer noch enttäuschend. Solange Menschenrechte nur ein Randgebiet in der Entwicklungszusammenarbeit sind, entpuppen sich alle Bekenntnisse zu Menschenrechten und zur Menschenwürde bloße Makulatur. Kriege und Konflikte eskalieren derweil. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bleiben ungeahndet, wenn der Verfolgerstaat einflussreich genug ist die Europäische Union politisch unter Druck zu setzen. Die vollmundigen Ankündigungen der Regierungen Fluchtursachen zu bekämpfen und sich für Menschenrechte und ein Ende der Bürgerkriege einzusetzen bleiben wirkungslos wenn sie mit Verfolgerstaaten kooperieren, um Flüchtlingen den Weg nach Europa zu versperren. Wir müssen die politischen Verantwortungsträger stärker in die Pflicht nehmen.

Prekäre Lage von Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle

Aktuell sägen weltweit wieder Rechtspopulisten und Ewiggestrige an hart erkämpften Grundrechten für Lesben, Schwule, andersgeschlechtliche Personen. Einmal mehr müssen wir festhalten: Rechte für LGBTI sind Menschenrechte und keine Sonderrechte. In vielen Ländern drohen ihnen zum Beispiel strafrechtliche Konsequenzen, die von Geld- und Gefängnisstrafen bis zur Hinrichtung reichen können. Und selbst wenn es keine Verfolgung von staatlicher Seite gibt, so sind betroffene Menschen doch oftmals hilflos gegenüber Anfeindungen und Benachteiligungen im Alltag (zum Beispiel an ihrem Arbeitsplatz, in ihren Glaubensgemeinschaften oder in ihren Familien), da es für sie in den meisten Ländern keinerlei Schutz durch entsprechende Antidiskriminierungsvorschriften gibt. Ein weiteres aktuelles Problem stellt die Zunahme von Hassreden, so genannten "hate speeches", in Sozialen Medien dar. Die verbalen Beschimpfungen enden nicht selten in tatsächlichen gewalttätigen Übergriffen gegen LGBTI Personen. Der Diskriminierungsschutz muss daher auch außerhalb der Arbeitswelt um die Kategorien sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität, Alter, Religion oder Weltanschauung und Behinderung erweitert werden. Es muss sichtbar gemacht werden, wenn Gewalt gegen Personen aufgrund von einer Zuschreibung zu einer bestimmten Gruppe erfolgt.

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Menschenrechte gehen uns alle an.

Hetze und Hassrede untergraben Meinungsfreiheit

Das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung ist in vielen Ländern bedroht oder wird durch politische Maßnahmen in Frage gestellt. Mit Sorge muss man in diesen Tagen feststellen, dass das Recht auf Meinungsfreiheit auch hierzulande durch die Zunahme von Hetze, Beschimpfungen und Hassrede missbraucht und damit untergraben wird. Falschmeldungen, Hass und Hetze im Internet und in der Politik gegen Minderheiten, Frauen und geflüchtete Menschen vergiften nachhaltig unser Zusammenleben, und zwar für alle, nicht nur für die Opfer von Hass. Menschenrechte müssen in Freiheit und Verantwortung wahrgenommen können und wirken in alle gesellschaftlichen Bereiche. Angefangen von der Entwicklung von Demokratie über die Gleichberechtigung von Frauen bishin zum Einsatz für Minderheiten. Daher muss energischer als bisher und mit viel mehr Nachdruck klargemacht werden, dass in unserem Land die Menschenrechte im Verfassungsrang stehen. 

Menschenrecht: Meinungsfreiheit

Jeden Tag werden Menschen aufgrund ihrer Meinung verfolgt. Dichterinnen und Dichter sowie Autorinnen und Autoren sind besonders betroffen, wenn ihre Werke oder sie selbst Opfer von Repression werden. Die Möglichkeit, seine Meinung frei äußern zu können, ist ein grundlegendes Menschenrecht, das es besonders zu schützen gilt. Mehrere Autorenverbände und Menschenrechtsorganisationen haben gegen gerichtliche Verfolgungen und Strafen protestiert, denen Autorinnen und Autoren sowie Dichterinnen und Dichter zum Beispiel im Iran, Saudi Arabien und Katar ausgesetzt sind. Auch die Glaubens- und Gewissensfreiheit und insbesondere der Schutz religiöser Minderheiten muss ein besonderes Anliegen sein.

Menschenrecht: Religionsfreiheit

Das Recht auf Religionsfreiheit gilt für alle Menschen und gründen in der Achtung vor der Würde jedes Menschen. Religiös motivierte und gewalttätige Konflikte stellen eine enorme Bedrohung für Minderheiten dar. Religiöse und ethnische Minderheiten sind das Ziel schrecklicher Verbrechen in verschiedenen Konflikten. Es ist die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, die Verantwortlichen dieser Taten zur Verantwortung zu ziehen. Wir müssen uns auf allen Ebenen für eine Verbesserung der Situation von Minderheiten einsetzen, denn für die Würde dieserr Menschen einzutreten und die Menschenrechte zu wahren ist ein bleibender gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Menschenrechte schützen nicht nur das Recht auf ein menschenwürdiges Leben für alle sondern insbesondere auch die Freiheit der Religionsausübung, auch und gerade für die anderen Religionen. Die Aushöhlung der Religionsfreiheit auch nur für eine Gruppe bedeutet daher die Aushöhlung der Grund- und Menschenrechte für die gesamte Gesellschaft.

Menschenrecht: Freiheit von Gewalt

Der Staat hat den grund- und menschenrechtlichen Auftrag, Rassismus zu bekämpfen. Bund, Länder und Kommunen müssen daher ihre Maßnahmen intensivieren, um der zunehmenden rassistischen Gewalt und Hetze mit aller Deutlichkeit entgegenzutreten. Diese Verpflichtung ergibt sich zum Beispiel aus der Internationalen Konvention gegen rassistische Diskriminierung (ICERD) der Vereinten Nationen, die am 21. Dezember 2015 fünfzig Jahre alt wurde. Politik und Verwaltung müssen verstärkt Maßnahmen ergreifen, die die Sicherheit potenziell Betroffener gewährleisten und öffentlich Solidarität demonstrieren. Polizei und Justiz müssen gegenüber rassistischer Gewalt wirksam auf Seiten der Opfer eingreifen und effektiv gegen die Täterinnen und Täter vorgehen. Noch immer wird das Ausmaß rassistischer Hetze und Gewalt viel zu oft verharmlost. Dabei geht es nicht nur um die Grund- und Menschenrechte von Flüchtlingen und Minderheiten. Es geht um Angriffe auf die demokratische Gesellschaft und die Menschenrechte insgesamt.

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis

Seit 1998 wird der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte alle zwei Jahre Anfang Dezember verliehen. Der Preis wird von 18 Organisationen getragen, darunter der Deutschen UNESCO-Kommission und Amnesty International. Die Auszeichnungen werden derzeit in sechs Kategorien verliehen: Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, (Film-)Hochschule und Amateure. Die Jury zeichnet künstlerisch wertvolle Werke aus, die die Menschenrechte besonders gelungen zum Thema machen und Regierungen und nichtstaatliche Akteure auf ihre Verpflichtung zur Achtung der Menschenrechte hinweisen.

Weitere Informationen:

Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte

Auswärtiges amt:
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Menschenrechte/Uebersich...

Intrernationale Gesellschaft für Menschenrechte:
www.igfm.de

www.menschenrechte.de

Länderübergreifenden Plattform für Menschenrechte:
www.humanrights-online.org

amnesty International - Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
www.amnesty.de

Kleiner Kalender:
http://www.kalenderblatt.de//index.php?lang=de&what=ged&sdt=20141210&pag...

Hashtag:
#humanrightsday


Referenzen

Aktuell:

Auch von Rainer Wermelt

Homepage: www.rainerwermelt.de
Kontakt: www.gaupel34.de
Flüchtlings-Info-Coesfeld: www.fi-coesfeld.de
Weihnachtsmarkt Coesfeld: www.weihnachtsmarkt-coesfeld.de
Freifunk Coesfeld: www.freifunk-coesfeld.de
Blickpunkt Coesfeld - Magazin für den Kreis Coesfeld: www.blickpunkt-coesfeld.de
Borderline Selbsthilfegruppe Münsterland: www.borderline-coesfeld.de
EX-IN - Einbeziehung Erfahrener in die Psychiatrie: www.ex-in.net
Contributions To The European Heritage: www.european-heritage.org
Mopszüchterverein:  www.vrz-dhs-mops.de

Short URL: http://linkcode.de/29g

 


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