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Welt-Braille-Tag | Welttag der Brailleschrift

Mittwoch, 4. Januar 2017 - 23:24

Welt-Braille-Tag | Welttag der Brailleschrift

betreut durch die Weltblindenunion (World Blind Union / WBU)

Louis Braille , die Brailleschrift und sein Ehrentag

Am 4. Januar ist Louis Brailles (1809-1852) Geburtstag. Der Franzose erfand im Jahr 1825 im Alter von 15 Jahren die Punktschrift – ein Schriftsystem aus sechs Punkten, die in einem Rechteck angeordnet sind. Aus den Kombinationen der Punkte ergeben sich Buchstaben, Satzzeichen und Zahlen – die Blindenschrift. Als Vorreiter im Bereich der Zugänglichkeit von Texten für blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderungen ist sein Name noch immer bekannt und seine Arbeit nach wie vor bedeutend. Doch auch, wenn sich in den letzten zweihundert Jahren im Sektor der Erstellung und Vermittlung von Text und Information einiges getan hat, klaffen nach wie vor große Lücken, sobald es um die Aufbereitung von Medien für blinde und sehbehinderte Menschen geht. Denn das „Recht zu lesen“ bleibt für blinde und sehbehinderte Europäer, wenn es um die Zugriffsmöglichkeiten literarischer Werke geht, massiv eingeschränkt. Louis Brailles Einsatz fand nicht sofort die Anerkennung, die ihm gebührt hätte und erst wenige Jahre vor seinem Tod begann der Aufstieg der von ihm entwickelten Schrift, dennoch ließ sich Braille nicht demoralisieren in seinem Streben, einen effizienten Weg für größere Barrierefreiheit zu bereiten. Der Tag weist auf die große Bedeutung der Brailleschrift für blinde und stark sehbehinderte Menschen hin. Er ehrt zugleich das Engagement und den Erfindungsreichtum Louis Brailles und erinnert gleichzeitig daran, dass auch heute noch an Barrierefreiheit, Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung gearbeitet werden muss, damit blinde und sehbehinderte Menschen vollwertige Teilnahme an der Gesellschaft erfahren können. Seit dem Jahr 2001 wird immer am 4. Januar der Geburtstag von Louis Braille gefeiert.

Zur Bedeutung der Brailleschrift für blinde Menschen weltweit

Brailleschrift ist mehr als nur ein nützliches Werkzeug für blinde Menschen – sie steht seit jeher für Kompetenz, Unabhängigkeit und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft. Die Brailleschrift ist auch kein bloßer Code den man dechiffrieren kann, sondern eine Methode zu Schreiben und zu Lesen die für blinde Menschen von gleichem Wert ist wie Druckschrift für Sehende. Die Art der Aneignung von Schriftlichkeit mag für blinde Menschen eine andere sein, das Ziel ist jedoch immer dasselbe: Lesen, Schreiben und andere Methoden der Schriftlichkeit zur Sammlung von Informationen und zur Weitergabe dieser nutzen zu können.

Brailleschrift im Zeitalter der Technologie

Vieles hat sich geändert seit die Brailleschrift vor fast 200 Jahren erfunden wurde, sowohl was die Technologien als auch die pädagogischen Praktiken betrifft. Viele Schüler und Studenten haben heutzutage Zugang zu Braille Techniken, etwa Braille Notebooks oder Geräten mit Braille Displays, die eine große Hilfe sind. Und auch die Herstellung von Braille Büchern hat sich weiterentwickelt: high-speed Prägestempel wandeln gedruckte Wörter mittels Übersetzungssoftware blitzschnell in Braille Zeichen um. Die fundamentale Bedeutung der Brailleschrift bleibt somit auch im Zeitalter der Technologie bestehen.

Brailleschrift gefährdet?

Dennoch gibt es begründete Sorgen innerhalb der internationalen Gemeinschaft blinder Menschen, dass die Lehre, der Gebrauch und die Investitionen in Braille, insbesondere durch Pädagogen und Regierungen, aufgrund des Glaubens nachlassen, Hörbücher, E-Books, Bildschirmlesegeräte und andere Technologien könnten Braille ersetzen. Diese Problematik gilt sowohl für Industriestaaten wie auch für Entwicklungsländer, betont die Weltblindenunion (WBU). „Formate wie Hörbücher, die meist günstiger als Braille Werke sind, können Braille nicht ersetzen und neue Technologien sowie günstigere Braille Displays werden die Braille Schrift auch in Zukunft fördern“, zeigt sich Kevin Carey, der neue Vorsitzende des Welt Braille Komitees, optimistisch. Während technologische Fortschritte natürlich zu begrüßen sind, empfiehlt die Weltblindenunion, diese zur Förderung, nicht zum Ersatz von Braille zu verwenden. Belege dafür, dass Personen die Braille erlernen und verwenden im Gegensatz zu jenen, die allein über das Hörverständnis gebildet werden, auch eine bessere Alphabetisierung, Ausbildung und Beschäftigungsquote aufweisen, bestätigen den Standpunkt der WBU.

Braille stärkt aktive Teilhabe an der Gesellschaft

Schreiben und Lesen sind die zentralsten Fähigkeiten für eine erfolgreiche Ausbildung, berufliche Kariere und hohe Lebensqualität. Ob es darum geht bei einem guten Buch zu entspannen, eine Telefonnummer zu notieren, eine Einkaufsliste oder einen Bericht zu schreiben – alphabetisiert zu sein bedeutet aktive Teilhabe am privaten wie am öffentlichen Leben. „Braille ist nicht nur eine Schriftart, sie ist viel mehr. Sie bringt blinden Menschen Selbstständigkeit und Selbstsicherheit in vielen Lebensbereichen“, fasst der Präsident des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich, Dr. Markus Wolf, ihre Bedeutung zusammen.

Weitere Informationen:

http://www.cbm.org/World-Braille-Day-292196.php
http://www.christoffel-blindenmission.de
http://www.dbsv.org
http://www.kleiner-kalender.de/event/braille-tag/33793.html


Referenzen

Personen:

Aktuell:

Auch von Rainer Wermelt

Homepage: www.rainerwermelt.de
Kontakt: www.gaupel34.de
Flüchtlings-Info-Coesfeld: www.fi-coesfeld.de
Weihnachtsmarkt Coesfeld: www.weihnachtsmarkt-coesfeld.de
Freifunk Coesfeld: www.freifunk-coesfeld.de
Blickpunkt Coesfeld - Magazin für den Kreis Coesfeld: www.blickpunkt-coesfeld.de
Borderline Selbsthilfegruppe Münsterland: www.borderline-coesfeld.de
EX-IN - Einbeziehung Erfahrener in die Psychiatrie: www.ex-in.net
Contributions To The European Heritage: www.european-heritage.org
Mopszüchterverein:  www.vrz-dhs-mops.de

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