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Barrierefreiheit ist Menschenrecht!

Freitag, 13. Dezember 2013 - 21:24

Rainer Wermelt | rainerwermelt.de | Barrierefreiheit ist Menschenrecht!

Barrierefreiheit: Hinkommen - Reinkommen - Klarkommen

Mit großer Bestürzung und tiefem Bedauern habe ich die Entscheidung des Rates der Stadt Billerbeck vom 12.Dezember 2013 zur Kenntnis genommen die Barrierefreiheit im Rathaus Billerbeck nur halbherzig umzusetzen.  

In den zwei Stellungnahmen vom 11. Juli 2013 und vom 16. November 2013 hat die "KICS", die Intressenvertretung der Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranker und deren Angehörige, eindrücklich darauf hingewiesen das die vollständige Barrierefreiheit im Billerbecker Rathaus nur mit dem geforderten Aufzug verwirklicht werden kann.

Um Menschen mit Behinderungen eine unabhängige Lebensführung und die volle Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen mit dem Ziel, für Menschen mit Behinderungen den gleichberechtigten Zugang zur physischen Umwelt, zu Transportmitteln, Information und Kommunikation, einschließlich Informations- und Kommunikationstechnologien und -systemen, sowie zu allen Einrichtungen und Diensten, die der Öffentlichkeit in städtischen und ländlichen Gebieten offenstehen oder für sie bereitgestellt werden, zu gewährleisten.

Jeder eingeschränkte Mensch muss auch dort überall dort hinkommen wo ein anderer Mensch auch hinkommt. Er muss dort ebenso reinkommen und klarkommen können und dies selbstbestimmt und ohne dabei auf fremde Hilfe angewiesen sein zu müssen.

Barrierefreies Bügerbüro nur Teillösung

Der Abbau von Barrieren ist auch Teil der besonderen Verantwortung und Vorbildrolle der auf das Gemeinwohl ausgerichteten Bauten des Kreises Coesfeld und die seiner Städte und Gemeinden. Alle öffentlichen Gebäude sind daher in Gänze und vollumfänglich barrierefrei zu gestalten. Eine Teillösung wie z.B. durch ein barrierefrei erreichbares Bürgerbüro im Erdgeschoß des Rathauses entspricht aus diesen Überlegungen heraus nicht den berechtigten Ansprüchen der Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranker und deren Angehörige. Eine solche Teillösung kann und darf allenfalls nur ein erster Schritt zur vollumfänglichen Barrierefreiheit sein dem zwingend weitere zu folgen haben bis die Forderungen der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen vollständig umgesetzt sind. Barrierefreiheit ist Menschenrecht!

Ich gebe zu Bedenken das die geforderte Barrierefreiheit nicht nur für das dort verkehrende Publikum zu gelten hat, es gilt ebenso für Menschen mit Behinderungen die als Arbeiter oder Angestellte im öffentlichen Dienst tätig sind oder zukünftig mit Behinderungen leben.  

Behinderte sind keine Kostenstellen

Die Entscheidung gegen einen Aufzug durch den Rat der Stadt Billerbeck ist maßgeblich im Hinblick auf die damit verbundenen Kosten gefällt worden.

Allerdings sind jedwede Einsparungen bei inklusionsfördernden oder auch barriereabbauenden Projekten, für  mich besonders besorgniserregend. Die Verantwortlichen nehmen hier mit jedem, an dieser falschen Stelle gesparten Euro, den Menschen die Möglichkeit, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen, und verhindern so, dass die Gesellschaft von ihrem Beitrag profitiert.

Menschen mit Behinderungen sind KEINE Kostenstellen auf Beinen -, sie haben Anspruch und ein Recht auf gleichberechtigte Lebensformen. 

Inklusion ist nach meiner Überzeugung nicht in erster Linie eine Frage der Finanzen, sondern eine Frage des Bewusstseins. Die Entscheidung des Rates ist daher umgehend zu revidieren!

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Zu guter Letzt

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