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in memoriam

Montag, 29. Oktober 2012 - 18:55

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Lilis Leben war viel zu kurz, sicherlich. Es war aber doch länger als es wahrscheinlich gewesen wäre nachdem wir all das wissen was wir heute wissen. Und - es ist tröstlich zu wissen das sie ihr Leben, trotz allem, bis zum Schluß genießen konnte und es lebenswert für sie war.

Was war passiert?

Letzte Woche fing es an Lili schlechter zu gehen. Der Tierarzt stellte Fieber fest und die Medikamente schlugen auch direkt an. Am anderen Tag ging es ihr deutlich besser.
Mittwoch war sie wieder etwas schlapper und sie fing an etwas zu taumeln, war wackelig auf den Beinen. Der Tierarzt wollte nun genaueres abklären und entnahm eine Blutprobe. Röntgen- und EKG-Ergebnisse waren zuvor ohne Befund. Er vermutete aber ein Vestibular-Syndrom, eine Art Schlaganfall beim Hund oder bei der Katze. Näheres sollte die Blutuntersuchung ergeben. Samstag Morgen ging es Lili aber wieder gut. Sie spielte wie gewohnt, wir machten ihre Runden mit ihr und Anika nahm sie wie gewohnt mit zur Arbeit. Abends jedoch ging es ihr dann aber deutlich schlechter. Die Symptome waren jedoch die gleichen wie bei dem vermuteten Vestibular-Syndrom. Taumeln, Ruhelosigkeit und sie fing an zu speicheln. Wir wollten die Nacht abwarten. Am Sonntag morgen war jedoch ihr Zustand nochmals deutlich schlechter. Wir riefen sofort beim Tierarzt an und konnten auch direkt kommen. Auf dem Weg zum Tierarzt fing Lili allerdings an zu verkrampfen. Alles deutete auf einen epileptischen Anfall hin. Der Tierarzt gab ihr ein starkes Beruhigungsmittel um den Krampf "zu durchbrechen". Jetzt konnten wir nichts mehr tun außer abzuwarten.

Heute, am Montag morgen, trudelten dann die Blutuntersuchungsergebnisse ein. Diese waren katastrophal. Die Stickstoffkonzentration war extrem hoch.
Diese Stickstoffkonzentration im Blut rührte wohl von einer embryonalen Fehlbildung der Leber her und sie hat wohl auch langsam das Gehirn geschädigt was möglicherweise ursächlich für das Taumeln war. Die eingeschränkte Leberfunktion  ist zudem wohl auch die Ursache für ihr eher schlechtes Fressverhalten gewesen. Eine Organschädigung die nicht operabel und irreversibel ist.
Wir besprachen mit dem Tierarzt was das in der Konsequenz heißt da nun eine positive Perspektive nicht mehr gegeben war.
Gleichzeitig fing Lili an das Medikament abzubauen und wieder zu verkrampfen. Um ihr unnötiges Leiden zu ersparen ließen wir sie einschläfern.

Wir haben das getan weil es nicht in unserer Macht stand noch irgendetwas für sie tun zu können. Das was in unserer Macht stand haben wir getan: Versucht ihr ein gesundes, hundewürdiges Leben zu ermöglich.

Jetzt wissen wir, Lili ist letztendlich an einem folgen eines Leber-Shunt gestorben. Einer sehr tückischen Erkrankung die fast nicht diognostizierbar ist wenn der Hund, so wie es auch bei Lili war, keine großen Auffälligkeiten zeigt. Die Krankheit von Lili ist uns bis zum Schluss verborgen geblieben, was daran lag, das sie ein fröhlicher, agiler, sportlicher kleiner Mops war. Wir waren oft und viel mit ihr unterwegs und konnten sie überall mit hinnehmen. Sie war ein idealer Begleiter, ausgeglichen und aufmerksam. Sie machte mit Erfolg bei Mopsrennen mit und tobte auch sonst gerne in unserer Wiese. Nichts deutete auf die Krankheit hin. Sie konnte so toben weil es ihr gut ging, sie gut Luft bekam, keine Probleme mit den Gelenken hatte und auch sonst einen so fidelen Eindruck machte und eben nicht die Einschränkungen einer Qualzucht hatte. Wir sind daher sicher das sie bis zuletzt ein so hohes Maß an Lebensqualität hatte wie sie manch anderer Hund vielleicht nicht hat.
Das sie nun solch ein solches Schicksal erleiden musste ist tragisch aber nicht zu ändern. Dies kann immer wieder passieren und liegt in den unbegreiflichen Launen der Natur.
Was uns aber wirklich Trost gibt ist die Tatsache das ein junger Hund, der Quasi schon mit dem Tage der Geburt dem Tode geweiht ist, ein immer noch gutes und mopsgerechtes Leben führen kann. Ich bin aber sicher das das nur möglich gewesen ist da ansonsten gesundheitlich alles ok war.
Wenn überhaupt hat Lili nur sehr kurz gelitten. Es gibt aber Hunde die leiden ein ganzes Leben lang. Dies liegt aber nicht an einer angeborenen Organerkrankung sondern an einem nicht artgerechten Zuchtziel oder an eine nicht mopsgerechte Haltung.
So tragisch der Tod von Lili auch für uns ist, er gibt uns aber gleichzeitig auch die Gewissheit das es richtig und gut war auf einem "altdeutschen Mops" zu setzen. Gerade jetzt wo wir sehen wie wichtig dies sein kann.

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Wir möchten uns bei allen bedanken die an Lilis Leben teilgenommen haben und es ihr so schön wie möglich gemacht haben. Bei all denen die uns besucht haben, bei all denen die wir mit Lili besuchen konnten und bei all denen die Lili in ihr Herz geschlossen haben.
Wir bedanken uns beim Samstagstreff, den Menschen die Lili so viel Liebe entgegengebracht haben und bei all denen die Lili gekrault und gestreichelt haben. Auch bei all denen die mit Lili die Hundeschule besucht haben und bei denen die Hunde "ausnahmsweise" im Büro duldeten. Herzlichen Dank an unseren Tierarzt der uns stets mit Rat und Tat zu Seite gestanden hat.
Wir bedanken uns beim Personal vom "Tiergarten" die immer ein Extra-Leckerlie für ihren "Mini-Mops"  übrig hatten und ganz besonders bei den "Möpsen vom und aus dem Château" die stets "ihr Rudel" waren und bei deren Frauchen und Herrchen mit denen wir uns in "bester Gesellschaft" von Liebhabern gesunder, agiler und sportlicher Möpse fühlen und bei denen, denen ein gesunder Hund ebenso am Herzen liegt wie uns.
Ganz besonders bedanken wir uns aber bei Katja. Sie hat uns nicht nur erst in den letzten Tagen zur Seite gestanden, sondern immer dann wenn wie sie brauchten und Fragen hatten. Ganz Herzlichen Dank für alles!

Wir bedanken uns kurz gesagt bei all denen die das Leben von Lili ein Stückchen bereichert haben und bei all denen die das Leben ihres eigenen Mopses jeden Tag ein Stückchen bereichern.

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Zu guter Letzt

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