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Katholikentag 2018 in Münster

Dienstag, 24. März 2015 - 14:23

Rainer Wermelt | rainerwermelt.de | Erhoffte Effekte sind kolportierte 'Thekenparolen'

Leserbrief zum Artikel "Kreis-Geld für Katholikentag 2018?" in der AZ vom 24. März 2015 [1]

Wenn Herr Höne den Katholikentag mitfinanzieren möchte steht es ihm natürlich frei 1,5 Millionen Euro aus eigener Tasche zu bezahlen. Geld des Kreises sollte dazu aber nicht aufgebracht werden. Herr Höne mag sich wünschen das Teilnehmer der Veranstaltung im Kreis untergebracht werden. Wenn Höne dabei mit den "unzählige[n] und vielfältigen[n] Chance[n] für Münster und das Münsterland" [3] auf die immer wieder kolportierte 'Thekenparole' mit dem Rücklauf des Geldes durch die vielen Ausgaben anspielt, die die Besucher vermeintlich machen, bedient er vielleicht die Hotellobbyisten seiner Partei, die angeführten Effekte wird es aber so nicht geben.

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Bericht in der Allgemeinen Zeitung Coesfeld vom 24. März 2015

Erhoffte Effekte sind kolportierte 'Thekenparolen'

So waren in Regensburg nur wenige Prozent der Besucher in einem Hotel und in Pensionen untergekommen und bei einem Kirchentag in Bremen wurden 40 % weniger Umsatz in den Geschäften der Innenstadt erzielt, da das kaufende Publikum die Innenstadt wegen des Troubels gemieden hatte. Einen erheblichen Teil der Kosten für den Katholikentag wird die Öffentlichkeit ohnehin tragen müssen, z.B. für die Polizei, Sicherheit, Stadreinigung usw.

Nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung von Interesse

Das Bistum hat zudem ausreichend eigene Mittel. Die Auflösung des Münsterschen Studienfond [5] spülte rund 70 Millionen € in die Kasse der Katholiken. Bei einem Kirchensteueraufkommen von 5,5 Mrd. € im Jahr 2013, Zuwendungen des Staates bei der Zahlung der Gehälter für Bischöfe und den notorisch viel zu niedrigen Trägeranteilen bei kirchlichen Kindergärten [2], sollte es der katholischen Kirche möglich sein, ein für sie so wichtiges Ereignis allein zu finanzieren. Der Katholikentag kommt außerdem ja auch nicht der gesamten Allgemeinheit zu Gute, sondern ist nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung von Interesse. [4] Anders als Höne haben seine Parteikollegen in Münster das schon richtig erkannt.

Quellen:

[1] Pressebericht der AZ vom 24.03.2015
http://www.azonline.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/1924496-FDP-Politiker...

[2] Stellungnahme des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien (Fr. Pohl)
zur Anfrage AFO/0003/2014 der BV Münster-Ost vom 15.09.2014

[3] Blogbeitrag vom Landtagsabgeortneten Henning Höne zum Katholikentag
http://www.henning-hoene.de/blog/931.html

[4] 11tes Gebot - Seite gegen die öffentliche Kirchentagsfinanzierung
http://www.11tes-gebot.de/

[5] Informationen zum Münsterschen Studienfonds


Referenzen

Short URL: http://linkcode.de/1uz

 


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