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Radioaktive Belastung von Waldprodukten

Montag, 24. November 2014 - 20:10

Rainer Wermelt | rainerwermelt.de | Radioaktive Belastung von Waldprodukten

Tschernobyl strahlt weiter

Umweltinstitut stellt interaktive Landkarten vor

Seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 untersucht das Umweltinstitut München unter anderem Wildpilze, Waldbeeren und Wildfleisch auf radioaktive Belastung. Denn auch fast 30 Jahre nach dem Super-GAU mit dem darauf folgenden Fallout sind diese Produkte vor allem in Süddeutschland noch teilweise gefährlich hoch mit radioaktivem Cäsium belastet.

interaktive Karte

Nun wurden die gesammelten Messergebnisse in eine interaktive Karte übertragen, in der Ort, Produktart und Zeitraum der Messungen individuell konfigurierbar sind. So kann man bequem herausfinden, ob der eigene Wohnort zu den belasteten Regionen gehört und wo eher mit geringer Belastung zu rechnen ist – vorausgesetzt, es liegen Messungen für den gewählten Ort und Zeitraum vor. Die Messungen werden kontinuierlich fortgesetzt, so dass immer mehr Messpunkte zur Verfügung stehen.

Bayerisches Umweltministerium an Veröffentlichung der Messdaten "nicht interessiert"

Zusätzlich wurde eine Karte der Cäsium-Belastung von Wildschweinen in Bayern erstellt. Die Daten kommen von einem engagierten Bürger und ehemaligem Strahlenschutzbeauftragten für Radioaktivität aus Murnau, der sowohl eigene Messungen durchführt als auch Messwerte von bayerischen Jägern sammelt. Trotz mehrfacher Anfragen und Aufforderungen will das bayerische Umweltministerium die Daten aber nicht veröffentlichen. Offenbar ist es an den Messdaten, die von den Jägern weitergegeben werden, gar nicht interessiert. Und schon gar nicht an einer Veröffentlichung. Deshalb hatte das Umweltinstitut München Kontakt aufgenommen und angeboten, die Daten zu veröffentlichen.

Die alarmierenden Ergebnisse

Mehr als 2000 Proben wiesen eine Cäsium-Belastung über dem Grenzwert von 600 Bq/kg Cäsium auf, 141 Proben überschritten sogar die 10.000er Marke. Zehn Messwerte liegen oberhalb von 16.000 Bq/kg, der Spitzenwert liegt sogar bei rund 28.000 Bq/kg Cäsium.

Kein Interesse an der Aufklärung der Bürger

Dies entspricht dem fünfzigfachen des aktuellen Grenzwerts! Leider ist es noch immer so, dass die Behörden kein Interesse an der Aufklärung der Bürger haben. Insofern hat sich seit Tschernobyl nicht viel geändert. Es ist aber die Pflicht der Behörden, die Menschen darüber zu informieren. Denn wer die Gefahren nicht kennt, kann sich auch nicht davor schützen.

Weitere Informationen:

Die interaktive Karte mit Messergebnissen zu Wildpilzen und anderen Waldprodukten
http://www.umweltinstitut.org/themen/radioaktivitaet/messungen/waldprodu...

Eine Übersicht über die Messungen bayerischer Wildschweine
http://www.umweltinstitut.org/themen/radioaktivitaet/messungen/wildmessu...


Referenzen

Short URL: http://linkcode.de/1pk

 


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