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Kostenexplosionen stoppen!

Freitag, 20. Dezember 2013 - 15:55

Rainer Wermelt | rainerwermelt.de | Kostenexplosionen stoppen!

Bund der Steuerzahler bietet Lösungskatalog an

Mit seiner Baukostenanalyse bietet der Bund der Steuerzahler konkrete Lösungen an, um Kostenexplosionen vor allem bei Großbau-Projekten zu stoppen. Union und SPD reagieren. Jetzt ist eine Baukostensenkungskommission in Planung.

Ob Leipzigs frisch eingeweihter City-Tunnel, der 389 Millionen Euro teurer wurde und am Ende knapp eine Milliarde kostete, oder ob aktuelle Sanierungspläne rund um den Wuppertaler Döppersberg, die statt geplanter 105 Millionen Euro jetzt 140 Millionen verschlingen sollen: Konsequent deckt der Bund der Steuerzahler Baukosten-Überschreitungen in der ganzen Bundesrepublik auf. Damit die Entscheider sorgsamer mit Steuergeld umgehen, hat der BdSt Lösungsvorschläge formuliert. Wichtigstes Ziel einer Baukostenanalyse nach Vorgaben des BdSt: Die Planung muss die Realität im Auge behalten, um Kostenexplosionen zu stoppen.

BdSt-Experten analysieren Ursachen und bieten Lösungen an. Union und SPD reagierten bereits mit ihrem Koalitionsvertrag: Danach besteht die „Reformkommission Großprojekte“ weiter. Sie soll bewirken, dass Fachleute ein Bauprojekt von der Idee bis zur Schlussrechnung unter die Lupe nehmen, um Schwachstellen künftig zu beheben. Zudem ist eine „Baukostensenkungskommission“ in Planung.

Beide Gremien können auf der BdSt-Analyse aufbauen. Mit diesem Ziel hatte der BdSt die vier wichtigsten Problemfelder definiert:

  • „Vorbereitung und Zielsetzung“,
  • „Planung und Kostenkontrolle“,
  • „Umsetzung und Projektsteuerung“ sowie
  • „Bauabschluss und Nachfolgekosten“.

Beispiele für Baukosten-Überschreitungen:

Leipziger City-Tunnel:

Knapp eine Milliarde Euro hat der 1,4 Kilometer lange Tunnel unter der Leipziger Innenstadt gekostet, der jetzt eröffnet wurde. Im Jahr 2003 waren lediglich 571 Millionen Euro veranschlagt worden. Zudem zog sich das Projekt in die Länge: Vier Jahre später als geplant, ist der City-Tunnel jetzt fertiggestellt geworden. Gründe für höhere Kosten und längere Bauzeiten sind ein instabiles Erdreich, Altlasten, gestiegene Sicherheitsanforderungen und Baupreise sowie Baumängel.

Wuppertaler Döppersberg:

Bürger machen mobil. Pläne rund um den Döppersberg sind vielen Steuerzahlern der bergischen Metropole ein Dorn im Auge. Auf der offiziellen Seite im Internet bezeichnet die Stadt die Sanierung des zentralen Knotenpunkts als „wichtigste Aufgabe der Stadtentwicklung der kommenden Jahre und herausragendes Projekt der Stadt und Region“. Geplanter Kostenpunkt: rund 105 Millionen Euro. Das war 2010. Doch inzwischen rechnen die Verantwortlichen mit 140 Millionen. Wuppertaler befürchten jetzt, dass auch dieser Betrag nicht reichen wird und haben ein Bürgerbegehren gegen den zu erwartenden Ratsbeschluss inklusive der neuen Kostenplanung angekündigt. Erklärtes Ziel ist, die Kosten auf die ursprünglichen 105 Millionen Euro zu deckeln.

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